Ob fit oder nicht, Senioren sind mit Kindern die am stärksten von Unfällen im Alltag betroffene
Bevölkerung. Was tun, wenn ein älterer Verwandter in Not ist und wie kann man ihm helfen?

Senioren: die häufigsten Unfälle

Ältere Menschen neigen dazu, Aggressionen von außen zu befürchten; sie sind jedoch den Unfällen des täglichen Lebens, die sich im Alltag ereignen, viel stärker ausgesetzt.
Stürze sind der häufigste Unfall bei Menschen über 65 Jahren. Die Ursachen sind vielfältig: wenig angepasste Wohnungen (Treppen, rutschige Böden), Gleichgewichtsstörungen im Zusammenhang mit einem Hörproblem oder der Einnahme von Medikamenten, Kreislaufprobleme… Die Konsequenz:
Frakturen und Traumata, die zu einem Krankenhausaufenthalt und manchmal zum Verlust der
Selbständigkeit führen. Medikamentenvergiftungen gehören ebenso zu den häufigsten Unfällen.

Senioren: Erste Hilfe leisten

Sie werden durch die Nichterreichbarkeit oder die Aktivierung der Taste an ihrem GPS-Tracker
Weenect Silver alarmiert und sind die erste Person vor Ort, die der älteren Person hilft. Bevor der Rettungsdienst eintrifft, können Sie bereits Folgendes tun, um zu helfen:

Im Falle eines Sturzes:

Wenn die ältere Person bewusstlos ist oder blutet, fassen Sie sie nicht an: Rufen Sie sofort
den Notruf.
Wenn sie bei Bewusstsein ist und sich über eine seiner Gliedmaßen oder seinen Rücken
beschwert, versuchen Sie nicht, sie zu aufzurichten oder aufzuheben. Wenn nötig, kneifen
Sie die Person an verschiedenen Stellen, um ihre Empfindlichkeit zu testen.

Doch wenn die ältere Person keine Schmerzen spürt und einfach nicht alleine aufstehen
kann, können Sie ihr helfen. Vorsicht: Versuchen Sie es nicht, wenn Sie selbst körperlich nicht
vollkommen fit sind! Eine fast regungslose Person ist sehr schwer, riskieren Sie keinen
zweiten Sturz…

Eine Technik, um nach einem leichten Sturz alleine aufzustehen: Rollen Sie auf den Bauch
indem Sie sich mit einem Fuß auf dem Boden abstützen. Kriechen Sie dann zu einem festen
Möbelstück (z.B. einem Sessel). Indem Sie sich auf die Unterarme stützen, beugen Sie Ihre
Beine so, dass Sie sich auf allen Vieren auf den Knien befinden. Stützen Sie sich mit den
Händen fest auf das Möbelstück und stehen Sie auf.

Auch wenn keine Verletzung zu sehen ist oder Schmerzen zu spüren sind, sollte die Person
nach einem Sturz immer einen Arzt aufsuchen. Man kann nie zu vorsichtig sein!

Im Falle einer Medikamentenvergiftung:

In der Regel handelt es sich um eine versehentliche Überdosierung: Die ältere Person hat
vergessen, dass sie ihre Medikamente bereits eingenommen hat. Einige
Arzneimittelwechselwirkungen sind ebenfalls möglich.

Wenn die Person schläfrig oder bewusstlos ist, rufen Sie den Rettungsdienst. Während Sie
auf dessen Einsatz warten, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage: seitlich liegend, den Kopf
nach hinten gerichtet und mit offenem Mund in Richtung Boden. Es gilt, zu verhindern, dass
mögliches Erbrochenes in die Atemwege gelangt.

Wenn die Person bei Bewusstsein, aber unruhig ist, halten Sie sie sitzend ruhig. Geben Sie ihr
vor allem nichts zu essen oder zu trinken und versuchen Sie nicht, sie zum Erbrechen zu
bringen, was die Situation verschlimmern könnte, wenn etwas in die falschen Bahnen gerät.
Abgesehen vom Rettungsdienst, können Sie sich auch an den regional zuständigen Giftnotruf
wenden, um Anweisungen zu erhalten.

Bei einem älteren Menschen, der nach einem Sturz oder einer Vergiftung in Not ist, bleibt der beste Reflex, 112 (Rettungsdienst) zu wählen. Kontaktinformationen für regionale Giftnotrufzentralen finden Sie unter
https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/02_Giftnotrufzentralen/lm_LMVergiftung_giftnotrufzentralen_node.html; vertrauen Sie den Notärzten!